Pressestimmen

Gebäude der Musikschule bröckelt

12.05.2011

- aus: MOZ; Steffen Göttmann

Bad Freienwalde (moz) Das Gebäude der Kreismusikschule an der Berliner Straße in Bad Freienwalde bröckelt. Ein Gerüst mit Netz schützt Schüler und Lehrer vor möglichen herabfallenden Dachelementen. Die Zeit drängt.

„Wir vermuten, dass der Landrat gar nicht weiß, wie das hier aussieht“, sagte Ulrike Heidemann, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Jugendorchester am „heißen Draht“ der Märkischen Oderzeitung. Sie bedauere, dass „das schöne Haus“ immer mehr verkommt.

Bis 2001 hat Ulrike Heidemann zehn Jahre lang selber in der Musikschule gelernt und im Orchester gespielt. „Ich hoffe, dass meine beiden Kinder dort auch hingehen können“, sagte die Bad Freienwalderin. Ihre Tochter besuche die musikalische Früherziehung. Seit Jahrzehnten diene das Haus als Musikschule. Ulrike Heidemann sieht den Landkreis in der Pflicht, das Haus zu reparieren oder dort zu investieren. Auch im Inneren steht nicht alles zum Besten. Eine Tür beispielsweise klemmt, sodass die Kinder sie nicht alleine öffnen können.

„Der Eigentümer stellt uns das Haus kostengünstig zur Verfügung, dafür sind wir dankbar“, teilte Tobias Seyfarth, Pressesprecher der Kreisverwaltung in Seelow im Namen von Landrat Gernot Schmidt (SPD) mit. „Die Musikschule ist eine wichtige Einrichtung und unsere Angebote werden auch intensiv genutzt“, führte Seyfarth weiter aus. Über die Jahre habe sich nun ein großer Sanierungsbedarf angestaut, der durch den Landkreis als Mieter nicht allein zu stemmen ist. „Wir sind im Gespräch mit dem Eigentümer, um Möglichkeiten der Sanierung auszuloten“, fügte der Kreissprecher hinzu. Gleichzeitig sei der Landkreis dabei, geeignete andere Möglichkeiten zu prüfen. „Ich denke da an die kreiseigenen Liegenschaften in Bad Freienwalde“, so Seyfarth und ergänzte, „aber auch da werden wir erst eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen.“ Der Sprecher der Kreisverwaltung betonte, dass der Musikschul-Standort in Bad Freienwalde auf jeden Fall erhalten bleibe.

Eine konkretere Aussage zum möglichen Gebäude, wollte der Kreissprecher nicht machen. Allerdings ist es in Bad Freienwalde längst kein Geheimnis mehr, dass es Überlegungen gibt, die Musikschule im Brecht-Gymnasium unterzubringen. Das Gebäude ist saniert worden und gehört dem Landkreis. Vergleichbar wäre dies mit der Kreismusikschule Barnim, die seit 1995 im Neubau des Humboldt-Gymnasiums in Eberswalde eigene Räume bezog.

„Das alte Gebäude in der Berliner Straße in Bad Freienwalde ist für uns eine Glücksnummer“, sagte Klaus-Peter Will, Leiter der Musikschule Märkisch-Oderland in Strausberg. Das Gebäude liege zentral und sei für Schüler gut zu Fuß und mit dem Fahrrad sowie für die Eltern gut mit dem Auto zu erreichen.

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