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Von Paul Lincke bis Michael Jackson
19.06.2011- aus: MOZ: Marco Marschall
Bad Freienwalde (moz) Idyllische Naturkulisse und ein Abwechslungsreiches Programm des Jugendorchesters Bad Freienwalde lockten am Freitag viele Besucher zum Moorbad. 650 Gäste kamen zum traditionellen Mitternachtskonzert.
Wer sich am Freitagabend zum Erholungszentrum der Kurstadt aufgemacht hatte, konnte bereits vor dem Eingang, versteckt vom grünen Blattwerk, Tuba und einige Trompeten entdecken, die hinter der malerischen Bühne auf das traditionelle Mitternachtskonzert eingeblasen wurden. Viele Bad Freienwalder wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen und kamen, teilweise mit dem Klappstuhl unterm Arm, zum Veranstaltungsort.
Doch bevor das Orchester in adrettem Zwirn in der Konzertmuschel vor dem Waldpanorama Platz nahm, blies Jonas Papenfuß mit lila Glitzerperücke das Startsignal zur Rocky-Horror-Picture-Show in seine Trompete. Statt Blasmusik schallte zunächst Rock 'n' Roll über das Areal. Der Sonus-Chor des Bertolt-Brecht-Gymnasiums hatte den Song „Time Warp“ aus dem bekannten Musical einstudiert. Mit abgewetzter Kleidung, bunten Haaren und Buddy-Holly-Brillen bezogen sie auch das Publikum in ihre Choreografie mit ein.
Derweil hatten sich die acht Musiker der Dresdner Top Dog Brass Band eingefunden. Mit zwei Posaunen, drei Saxophonen, Basstrommel, Snare und dem monströsen Sousaphon, einer Bass-Tuba, ließen sie die gute Laune der etwa 650 Besucher am Moorbad nicht abebben.
Hiernach folgte schließlich der Auftritt des Bad Freienwalder Jugendorchesters. Das etwa 40-köpfige Musikensemble bestreitet jedes Jahr sein Mitternachtskonzert, diesmal auf der Parkbühne. „Wir sind übrigens immer auf Nachwuchssuche“, verriet Ulrike Heidemann, Vorstandsmitglied des Fördervereins Jugendorchester.
Dass neue Talente dringend benötigt werden, konnte das Publikum daran sehen, dass auch in diesem Jahr wieder vier Schüler das Orchester verlassen. Lisa und Ole Goyke, Jakob Loch und Sylvia Nösel wurden am Abend mit lobenden Worten ihres Dirigenten Landesmusikdirektor Endrik Salewski verabschiedet. Doch bevor die jungen Damen und Herren aus dem Dienst des Orchesters entlassen wurden, präsentierten sie gemeinsam mit ihren Musikerkollegen noch einmal ein vielseitiges Konzertprogramm, das mit dem Stück Utopia begann.
Von ungarischen Tänzen ging es über norwegische Märsche bis hin zu Michael Jackson. Gemeinsam mit dem Handwerker-Männerchor aus Bad Freienwalde spielten die Bläser und Trommler ein Stück aus Mozarts Zauberflöte und ließen zusammen mit dem Sonus-Chor die Zeit der Beatles wieder aufleben. Als das Vogelgezwitscher der kühlen Abendluft wich, entführte das Orchester sein Publikum mit einem Paul-Lincke-Medley noch einmal an den Anfang des vergangenen Jahrhunderts zurück. Die Gäste konnten sich Rhythmus und altbekannten Melodien nicht entziehen, klatschten im Takt, schunkelten und bekamen am Ende auch Zugaben